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E-Autos

Über 1.000 Kilometer mit neuer Wunderbatterie: Mercedes testet Festkörper-Akku

Produktion des Mercedes-Benz EQS; Quelle: Pressefoto

Festkörperakkus gelten als eine Zukunftstechnologie, die bislang nur wenige Hersteller vorantreiben. Große Durchbrüche sind derzeit nicht in Sicht, weshalb jede neue Entwicklung in diesem Bereich besondere Aufmerksamkeit erhält. Mercedes plant nun, eine Festkörperbatterie aus dem Motorsport erstmals in einem EQS unter realen Bedingungen zu testen. Die neue Batterie soll bei gleichem Gewicht und Platzbedarf die WLTP-Reichweite von 800 auf 1000 Kilometer erhöhen.

Durch den Einsatz von Rapid Prototyping könnte Mercedes einen seltenen Technologietransfer von der Rennstrecke in die Serie realisieren. Der Autobauer kündigte an, ein auf dem EQS basierendes Testfahrzeug mit einem von der Motorsportbatterie abgeleiteten Akku auf die Straße zu schicken. Eine direkte Übernahme aus dem Rennsport ist dabei offenbar nicht möglich, da Anpassungen erforderlich sind.

Der lange und steinige Weg zum Festkörper-E-Auto

Mercedes setzt weiterhin auf die Potenziale von Festkörperakkus. Laut Hersteller handelt es sich um eine vielversprechende Technologie für die Elektromobilität. Besonders im Motorsport, wo jedes gesparte Kilogramm zählt, bietet die höhere Energiedichte dieser Zellen Vorteile. Die Festkörperbatterie kann entweder mehr Strom speichern oder die gleiche Kapazität mit geringerem Gewicht bereitstellen. Die gravimetrische Energiedichte soll auf Zellebene bis zu 450 Wh/kg erreichen.

Ein weiterer Vorteil dieser Technologie ist die erhöhte Sicherheit. Festkörperbatterien sollen das Risiko eines thermischen Durchgehens eliminieren, das bei heutigen Lithium-Nickel-Mangan-Kobalt-Akkus (NMC) eine Herausforderung darstellt.

Die Motorsportabteilung Mercedes AMG High Performance Powertrain (HPP) bezieht die Akkus von Factorial, einem US-amerikanischen Batterieentwickler. Factorial sieht die Integration seiner Lithium-Metall-Festkörperzellen in ein Straßenfahrzeug als bedeutenden Meilenstein auf dem Weg in die Serienproduktion. Die ersten Zellen wurden im Sommer 2024 an Mercedes geliefert, Ende des Jahres folgte der Einbau in einen EQS-Prototyp.

Mercedes bei noch zu lösenden Problemen sehr zurückhaltend

Eine der technischen Herausforderungen bei Festkörperakkus ist die Volumenänderung beim Laden und Entladen. Mercedes hat hierfür eine patentierte Lösung entwickelt: Eine schwimmende Lagerung der Zellen, die ihre „Atmung“ ermöglicht, kombiniert mit einer bedarfsgeregelten Gassteuerung durch spezielle Aktuatoren. Diese Maßnahmen sollen die Lebensdauer und Leistungsfähigkeit der Batterie verbessern.

Über weitere kritische Aspekte wie Kosten, Schnellladefähigkeit und langfristige Haltbarkeit macht Mercedes keine Angaben. Das Unternehmen erwartet jedoch eine Reichweitensteigerung um bis zu 25 Prozent im Vergleich zu herkömmlichen Batterien mit vergleichbarer Größe und Gewicht. Das Testfahrzeug mit passiver Kühlung soll über 1000 Kilometer mit einer Ladung fahren können.

Nach erfolgreichen Prüfstandsläufen wurde der Batterie-Prototyp Ende 2024 in einen leicht modifizierten EQS eingebaut. Die ersten Straßentests begannen im Februar 2025 in Stuttgart, weitere umfangreiche Testreihen sollen folgen.


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